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11 Mio. Zuschlag in den Künker-Frühjahrs-Auktionen

Insgesamt 11 Mio. Euro wurden in Osnabrück zwischen dem 17. bis 21. März 2025 umgesetzt. Damit erzielten die insgesamt vier Auktionen ein um 80% höheres Ergebnis als die Schätzung. Wir präsentieren Ihnen die Top-Five der Auktionswoche sowie weitere spannende Ergebnisse aus den Spezialsammlungen.


Vom 17. bis zum 21. März führte Künker seine insgesamt vier Frühjahrs-Auktionen durch. Sie brachten gesamthaft einen Zuschlag von 11 Mio. Euro. 4 Mio. davon wurden in Auktion 419 mit Münzen der antiken Welt realisiert, über die wir bereits in einem eigenen Auktionsnachbericht informiert haben. Dieser Nachbericht ist den drei Auktionen mit Münzen aus Mittelalter und Neuzeit gewidmet. Wir informieren Sie über die Top-Five der Gesamtauktionen, sowie über die teuersten Münzen der verschiedenen Spezialsammlungen.



Nr. 2619. Niederlande. Goldmedaille auf den Frieden von Breda 1667. Äußerst selten, wohl einziges Exemplar in Privatbesitz. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 50.000 Euro. Zuschlag: 70.000 Euro.


Platz 5:

Die wunderbare Goldmedaille, die Christoph Adolphzoon auf den Frieden von Breda schuf, der am 31. Juli 1667 geschlossen wurde, beeindruckte die Numismatiker des Hauses Künker derart, dass sie das Stück auf die Titelseite von Katalog 422 setzten. Die Darstellung zweier Kriegsschiffe mit geöffneten Kanonenluken ist von einem so großen Detailreichtum, wie er sonst kaum zu sehen ist. Die Sammler waren ebenfalls begeistert: Die äußerst seltene Medaille, von der es wohl nur ein einziges Exemplar in privater Hand gibt, kletterte von ihrer Schätzung mit 50.000 Euro auf einen Zuschlag von 70.000 Euro.



Nr. 1645. Niederländisch Westindien, Suriname und Brasilien. Klippe zu 2 Gulden 1646, Pernambuco. Aus Sammlung Lodewijk S. Beuth Teil 3. Sehr selten. Gutes vorzüglich. Taxe: 25.000 Euro.

Zuschlag: 70.000 Euro.


Platz 4:

Mit 25.000 Euro wesentlich tiefer geschätzt, war eine klippenförmige Notmünze von 1646, die während der Belagerung von Pernambuco (heute Recife) geprägt wurde. Drei dieser seltenen Notmünzen enthielt die Sammlung Beuth. Die beiden anderen Stücke zu 12 und zu 6 Gulden waren nicht so perfekt ausgeprägt wie der Spitzenreiter, der mit 70.000 Euro nicht nur das viertteuerste Stück der gesamten Auktion wurde, sondern auch das teuerste des 3. Teils der Sammlung Lodewijk S. Beuth.



Nr. 2762. RDR. Leopold I., 1657-1705. 10 Dukaten 1675, Kremnitz. Sehr selten. Mit eingeritzter Wertzahl „10“ im Feld der Vorderseite. Fast vorzüglich. Taxe: 75.000 Euro. Zuschlag: 100.000 Euro.


Platz 3:

Die Großgoldmünzen, die die Habsburger Kaiser in der Barockzeit prägten, um sie an Anhänger und Unterstützer zu verschenken, erleben in den letzten Jahren eine enorme Nachfrage. Das zeigt sich bei den Preisen, die sie erzielen. 100.000 Euro brachte das „nur“ fast vorzügliche 10-Dukaten-Stück, das im Namen Leopolds I. 1675 in Kremnitz aus den Stempeln zum Reichstaler hergestellt wurde.



Nr. 3876. Deutsches Kaiserreich / Sachsen. Friedrich August III. 3 Mark 1917. Seltenste Reichssilbermünze. Herrliche Patina. Polierte Platte, minimal berührt. Taxe: 100.000 Euro

Zuschlag: 140.000 Euro.


Platz 2:

Der zweite Platz der Top-Five geht im Frühjahr 2025 an eine deutsche Reichsmünze, und zwar an die ikonische Prägung Sachsens mit Friedrich dem Weisen auf der Bildseite. Die Geschichte dieser Münze, die an das Reformationsjubiläum von 1917 erinnern sollte, ist oft erzählt worden. Luther war mitten im Ersten Weltkrieg nicht opportun, schließlich galt es, deutsche Einheit zu beschwören und keine konfessionellen Gräben aufzureißen. So entschied man sich für die versöhnliche Gestalt von Friedrich dem Weisen. Seitdem ist dieses 3 Mark Stück die gesuchteste Prägung der ganzen Serie der Münzen des Deutschen Kaiserreichs, so auch in Auktion 422. 140.000 Euro erzielte das Stück.



Nr. 2504: Litauen. Sigismund III., 1587-1632. 10 Dukaten 1621, Vilnius. Einziges bekanntes Exemplar dieses Jahrgangs im Handel. PCGS AU50. Fast vorzüglich. Taxe: 200.000 Euro. Zuschlag: 250.000 Euro.


Platz 1:

Mit 250.000 Euro Zuschlag wurde der 10-fache Dukat Sigismunds III., der 1621 in Vilnius entstand, zum teuersten Stück der Auktion. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen die große Seltenheit der Münze. Schließlich handelte es sich um das einzige bekannte Exemplar dieses Jahrgangs im Handel. Dazu kommt, dass Sigismund III. Herrscher nicht nur von Litauen war, sondern auch von Polen und natürlich Schweden. Damit wetteifern die Sammler von drei Gebieten um diese großartige Münze. Nun gibt es vor allem in Polen und Litauen sehr engagierte Sammler, die bereit sind, Höchstpreise für die Münzen ihrer Vergangenheit zu zahlen. Und das zeigte sich bei diesem 10-fachen Dukaten, der den Preis für den Dukaten des römisch-deutschen Kaisers immerhin um das zweieinhalbfache übertraf.



Nr. 1530. Niederlande. Vereinigte Ostindische Kompanie. Westfriesland. Dukaton 1728, Hoorn. Sehr selten. Aus Sammlung Lodewijk S. Beuth. Vorzüglich. Taxe: 5.000 Euro. Zuschlag: 20.000 Euro.


Die Sammlung Lodewijk S. Beuth Teil 3

Eine Münze aus der Sammlung Lodewijk S. Beuth schaffte es in die Top-Five der Künker Frühjahrsauktionen, aber das wird der Bedeutung und den Zuschlägen dieser beeindruckenden Sammlung bei weitem nicht gerecht, deshalb hier ein paar weitere Ergebnisse, die zeigen, wie stark der Markt ist für Münzen aus den Niederlanden.

Beginnen wir mit dem höchsten Preis, der für eine Münze aus der umfangreichen Partie „Vereinigte Ostindische Kompanie“ gezahlt wurde: Ein Dukaton des Jahres 1728, der in Hoorn hergestellt wurde, kletterte von seiner Schätzung mit 5.000 Euro auf das Vierfache, nämlich 20.000 Euro.



Nr. 1489. Niederlande. Kompanie van Verre, 1594-1602 – Vereenigde Amsterdamsche Compagnie. Daalder zu 8 Reales 1601, Dordrecht. Sehr selten. Aus Sammlung Lodewijk S. Beuth. Fast vorzüglich. Taxe: 12.500 Euro. Zuschlag: 36.000 Euro.


Noch höher stieg ein Daalder zu 8 Reales von 1601, den die Münzstätte in Dordrecht im Auftrag einer Vorgängerorganisation der Vereinigten Ostindischen Kompanie prägte. Die Amsterdamer Kaufleute hatten 1594 eine Kompanie für die Ferne gegründet, die diese Münze produzieren ließ, um damit im Fernen Osten Gewürze zu kaufen. 36.000 Euro war den Sammlern dieses Zeugnis für das niederländische Handelsimperium wert.

Wenn Sie mehr über die VOC und ihre Vorgängerorganisationen wissen wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag VOC: Die andere Seite des Goldenen Zeitalters der Niederlande.



Nr. 1362. Niederlande. Not- und Belagerungsmünzen. Breda. Einseitige Klippe zu 2 Gulden (40 Stüber) 1577. Nur 304 Exemplare geprägt. Aus Sammlung Lodewijk S. Beuth. Fast vorzüglich. Taxe: 4.000 Euro. Zuschlag: 24.000 Euro.


Belagerungs- und Notmünzen der Sammlung Beuth

Es gibt wohl wenig numismatische Gebiete, die enger mit der Geschichte verbunden sind als die Not- und Belagerungsmünzen. Es ist faszinierend, diese meist kruden Gepräge mit den großen und kleinen Entscheidungsschlachten der Weltgeschichte zu verbinden. Auch wenn viele belagerte Städte in der Vergangenheit Belagerungsgeld herausgeben mussten, gibt es doch besonders viele Typen aus den Niederlanden. In der Sammlung Beuth war ihnen deshalb eine eigene Abteilung gewidmet.

Für die Ausgabe der Münze, die bei Künker unter Nr. 1362 versteigert wurde, zeichnete der Kommandant der Verteidiger von Breda – spanische und deutsche Truppen – verantwortlich. Um das städtische Wirtschaftsleben wenigstens in halbwegs geordnete Bahnen zu lenken, entstand mit Befehl vom 23. August 1577 eine Emission von Notmünzen – noch aus Silber. Als dieses ausging, stieg man auf andere Materialien um. Je nach Bedarf wurden unterschiedliche Nominale in unterschiedlichen Mengen ausgegeben. Von den Klippen zu 2 Gulden in Silber entstanden zum Beispiel lediglich 304 Exemplare – was dafür sorgte, dass das bei Künker angebotene Stück von seiner Schätzung mit 4.000 Euro auf 24.000 Euro stieg.



Nr. 1385. Niederlande. Not- und Belagerungsmünzen. Deventer. Einseitige Vierteltalerklippe zu 11 Stübern 1578. Äußerst selten. Aus Sammlung Lodewijk S. Beuth. Sehr schön. Taxe: 2.500 Euro.

Zuschlag: 26.000 Euro.


Noch höher kletterte diese extrem seltene Klippe von 1578 aus Deventer. Sie brachte mehr als das 10-fache ihrer Schätzung, nämlich 26.000 Euro statt der taxierten 2.500 Euro.



Nr. 1439: Niederlande. Not- und Belagerungsmünzen. Leiden. Goldabschlag von den Stempeln des 14 Stüber (Emission 10. Juli). Aus Sammlung Lodewijk S. Beuth. Äußerst selten. Vorzüglich.

Taxe: 10.000 Euro. Zuschlag: 32.000 Euro.


Mit einem Endergebnis von 32.000 Euro bei einer Schätzung von 10.000 Euro wurde eine Belagerungsmünze aus Leiden zur teuersten niederländischen Not- und Belagerungsmünze der Sammlung Beuth. Es handelt sich um einen äußert seltenen Goldabschlag von den Stempeln zur 14 Stüver-Münze, die auf Befehl vom 10. Juli 1574 hergestellt wurde. Wir erzählten die Geschichte dieser für die Niederländer so traumatischen Belagerung in unserem Beitrag Die Leiden von Leiden, den wir Ihnen zur Lektüre empfehlen.



Nr. 2067. Württemberg. Karl Alexander, 1733-1737. Dukat 1736, Stuttgart. Aus Sammlung Gaiser. Sehr selten. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 10.000 Euro. Zuschlag 17.000 Euro.


Württembergische Münzgeschichte: Die Sammlung Heinz-Falk Gaiser Teil 2

Sammler deutscher Münzen dürfen sich freuen, denn sie sammeln ein Gebiet, das immer noch erschwinglich ist, auch wenn einzelne Ausreißer beeindruckende Preise erzielen, wie das teuerste Stück des 2. Teils der Sammlung Gaiser, ein Dukat Karl Alexanders von Württemberg, der 1736 in Stuttgart geprägt wurde. Hatte die Schätzung 10.000 Euro betragen, lautete der Endstand, als der Hammer fiel, 17.000 Euro.



Nr. 3404. Anhalt-Bernburg. Victor Friedrich, 1721-1765. Reichstaler 1747, vmtl. Harzgerode. Ausbeute der Grube Glückstern. Aus Sammlung Dr. Kurt Sonnenberg. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 6.000 Euro. Zuschlag: 7.500 Euro.


Anhalt: Die Sammlung Dr. Kurt Sonnenberg

Das teuerste Stück der Sammlung Anhalt wurde mit 7.500 Euro eine Ausbeutemünze von 1747, die auf der Bildseite eine ausgezeichnete Darstellung eines Bergwerksdistrikts mit einem Gestänge präsentiert. Sie war mit 6.000 Euro geschätzt und wurde mit 7.500 Euro zugeschlagen.



Nr. 3810. Dekorative silberne Münzschale, gefertigt um 1910 vom Berliner Hofjuwelier Gebrüder Friedländer, in dem 39 Silbermünzen, meist altdeutsche Taler und Reichsmünzen des 16. bis frühen 20. Jahrhunderts eingearbeitet sind. 2.615 g. Taxe: 1.250 Euro. Zuschlag: 4.400 Euro.


Münzgefässe aus der Sammlung Hans-Jürgen Brammer.

Enden wir mit einem Ergebnis aus einem spannenden, bislang äußerst unterschätzten Bereich: dem Gebiet der mit Münzen dekorierten Gefäße. Künker wird über die nächsten Monate die komplette Spezialsammlung Hans-Jürgen Brammer von Münzgefäßen und mit Münzen verzierten Objekten auflösen. Erste Stücke waren in Auktion 422 zu sehen. Das teuerste dieser Objekte wurde eine mehr als zweieinhalb Kilo schwere Schale, die um 1910 vom Berliner Hofjuwelier angefertigt wurde. Sie enthält 39 Silbermünzen, darunter meist altdeutsche Taler und Reichsmünzen des 16. bis frühen 20. Jahrhunderts.

Münzgefäße sind, für das, was sie sind – nämlich Einzelanfertigungen von höchstem historischen Wert – eigentlich sehr günstig, wie die 4.400 Euro Zuschlag zeigen, die für diese Schale erzielt wurden. Wobei das immerhin mehr als das Dreifache der Schätzung war.


Wir hoffen, Sie haben sich mit uns an diesen wunderbaren Raritäten erfreut. Aber bitte lassen Sie sich davon nicht täuschen. Auch wenn Münzen inzwischen weltweit als sinnvolle Anlageobjekte gelten, haben Sammler mit einem kleineren Geldbeutel ebenfalls eine gute Chance ein spannendes Sammelgebiet zu entdecken. Schauen Sie doch einmal in den Künker Webshop oder in eine der vielen e-Live bzw. e-Live Premium Auktionen. Sie finden alle aktuellen Angebote auf www.kuenker.de


Alle Ergebnisse der Auktion finden Sie online auf www.kuenker.de. Für weitere Fragen wenden Sie sich an Künker, Nobbenburger Straße 4a, 49076 Osnabrück; Tel: 0541 / 962020; Fax: 0541 / 9620222; oder über E-Mail: service@kuenker.de.

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